Jahreshauptversammlung 2013 des Vereins „Horizonte – selbstständig leben e.V.“

Die Mitglieder des Vereins sind zur Jahreshauptversammlung 2013 des Vereins „Horizonte – selbstständig leben e.V.“ eingeladen, die am

Montag, dem 4. Juni 2013 um 19.30 Uhr
im Casa-Zentrum
(Auer-Schulstr. 11-13, 42103 Wuppertal-Elberfeld, Konferenzraum Erdgeschoss)

stattfinden wird.

Somit ergibt sich folgende Tagesordnung:

1.    Begrüßung
2.    Bericht des Vorstandes
3.    Kassenbericht
4.    Aktuelle Entwicklung Schaffung von Arbeitsplätzen für Menschen mit Behinderung – ein erstes Projekt des Vereins „Horizonte – selbstständig leben e.V.“
5.    Verschiedenes

Ein wichtiger Hinweis in eigener Sache: Wegen der Umstellung der Banken auf das neue SEPA-System benötigen wir für die Einzugsermächtigungen die IBAN-Nr. und den BIC-Code Ihrer Bankverbindung. Um die Umstellung der vorliegenden Einzugsermächtigungen zu vereinfachen, bitten wir Sie, diese Daten zur Jahreshauptversammlung mit zu bringen. Sollten Sie nicht an der Jahreshauptversammlung teilnehmen können, bitten wir Sie, uns die Daten per Mail oder telefonisch mitzuteilen. Die entsprechenden Verbindungsdaten finden Sie im Briefkopf dieses Schreibens.

Informationsabend „Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung im Altenheim“

Auf Initiative des Vereins „Horizonte – selbstständig leben e.V.“ hat sich der Caritasverband Wuppertal/Solingen e.V. bereit erklärt, in Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe Wuppertal behinderten Menschen die Arbeit in Altenpflegheimen zu ermöglichen. Mittlerweile konnten zwei Arbeitsplätze im Wuppertaler Augustinusstift eingerichtet werden. Die Verantwortlichen sprechen von einem erfolgreichen Projekt, das Schule machen könnte. Die (geistig) behinderten Arbeitnehmer absolvieren dabei zuerst ein Praktikum an der neuen Arbeitsstelle. Dabei werden für den jeweiligen Einsatz notwendige Fertigkeiten und (Teil-)Qualifikationen erworben, die gegebenenfalls auch zertifiziert werden können. Diese modulare Ausbildung soll auch solchen Behinderten die Teilhabe am ersten Arbeitsmarkt ermöglichen, die keine „normale“ Ausbildung absolvieren können.

Der Verein „Horizonte – selbstständig leben e.V.“ lädt nun zu einem Informationsabend ein, bei dem die Erfahrungen des Projektes vorgestellt werden. Für den Caritasverband Wuppertal/Solingen e.V. werden Gerhard Metzger (Vorstand) und Regina Wlodawer (Heim- und Pflegedienstleitung des Caritas-Altenzentrums Augustinusstift), von der Lebenshilfe Wuppertal Stefan Pauls (Geschäftsführer) und Jolanta Spica (Leitung Soziales) über das Projekt berichten und zum Gespräch zu Verfügung stehen. Es moderiert der Vorsitzende des Vereins „Horizonte – selbstständig leben e.V.“ Dr. Werner Kleine.

Der Informationsabend findet am

Dienstag, dem 12. Februar 2013
um 19.30 Uhr

im Katholischen Stadthaus (Laurentiusstr. 7, 42103 Wuppertal-Elberfeld, 1. Etage)

statt.

Zum Glück gezwungen

Inklusion bedeutet zuerst Einschluss und nicht Ermöglichung

Die Macht der Sprache wird häufig unterschätzt. Worte sind mehr als bloße Verständigungsmittel. Worte wirken. Sprache schafft Bewusstsein.

Die moderne Neigung zu einer politisch korrekten Sprache treibt dabei nicht selten eigenartige Blüten. Vor allem wenn es um behinderte Mitmenschen geht, bleibt den Nichtbehinderten das Wort im Halse stecken. Stumm und einer die Dinge einfach benennenden Sprache beraubt, behindern sie den Dialog. Verkrampft um Normalität bemüht wird der Behinderte so zu einem „Menschen mit Handicap“. Nicht nur, dass die meisten Behinderten keine Golfspieler sind; hier wird eine Lebensrealität oft dermaßen verharmlost, als handle es sich bei der Behinderung um eine Verstauchung, die das persönliche Fitnesstraining beeinträchtigen würde.

Jetzt gibt es ein neues wirkmächtiges Wort, mit dem Behinderte endlich ihr Glück erlangen sollen: die Inklusion. Diesen Begriff verwendet die 2008 in Kraft getretene und 2009 von der BRD unterzeichnete UN-Behindertenrechtskonvention, mit der Menschen mit Behinderung eine gleichberechtigte und selbstbestimmte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglicht werden soll. Das eigentlich Selbstverständliche wird nun endlich einklagbar. Das ist für jeden Behinderten, der diesen Weg gehen möchte, ein Segen. Eine Gesellschaft, die Behinderte bisher behinderte, wird sich nun umstellen müssen.

Und die Gesellschaft macht ernst. So hat die Stadt Köln unlängst einen Inklusionsplan für die Kölner Schulen vorgelegt, in dem „inklusive Bildungslandschaften“ entwickelt werden. Was sich nach Erholung anhört und in der Phantasie des Hörers geradezu paradisische Bilder hervorruft, kann den einzelnen Behinderten allerdings schneller seiner Selbstbestimmung berauben, als es den Landschaftsarchitekten inkludierter Parkanlagen lieb ist. So heißt es in den Zielformulierungen der erwähnten Schrift: „Der Begriff der Inklusion wird grundsätzlich in einem alle Kinder umfassenden Sinne verstanden: nicht ausschließlich das gemeinsame Lernen von Menschen mit und ohne Behinderungen bzw. sonderpädagogischem Förderbedarf, sondern die Entwicklung individualisierten Lernens aller Schülerinnen und Schüler – also auch unter Berücksichtigung von Hochbegabung, Gender, Migrationshintergrund etc. – sind in den Blick zu nehmen.“

Wer diesen Wortdschungel lichtet, kommt auf eine einfache Formel: Eine Schule für alle! Hier werden alle zum Glück gezwungen. Die Inklusion ist nicht mehr bloß ein Recht, sie wird zur Pflicht – auch für die Behinderten. Ein zur Pflicht gewordenes Recht tötet die Freiheit.

Es bleibt zu hoffen, dass eine solch verstandene Inklusion eine Illusion bleibt. Behinderte sollen endlich ein einklagbares Recht auf Teilhabe am gesellschaftlichen Leben erhalten, dass sie nicht ihres Rechtes auf individuelle Selbstgestaltung ihres Lebens beraubt. Schon jetzt werden manche Einrichtungen für Behinderte als „Separatistenvereine“ gebrandmarkt. Dabei brauchen gerade viele geistig Behinderte einen Schutzraum, in dem sie sich ohne die Überforderungen der Gesellschaft entfalten können. Zum Glück der Inklusion gezwungen verlieren Behinderte das Recht auf die Entscheidung, sich Freunde und Lebensweise selbst aussuchen zu dürfen. Eine so verstandene Inklusion führt nicht zu Entfaltung und Ermöglichung, sondern zur Unfreiheit. Es wäre wie bei einer Bernsteininklusion: Wunderschön anzuschauen – bloß: das im Bernstein eingeschlossene Lebewesen ist tot!

Dr. Werner Kleine

Dieser Beitrag wurde in der Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln vom 26. Oktober 2012 erstveröffentlicht.

Ein erster Erfolg: Caritas Wuppertal richtet auf Initiative unseres Vereins zwei Stellen für Behinderte ein

Auf Initiative des Vereins „Horizonte – selbständig leben e.V.“ richtet der Caritasverband Wuppertal/Solingen e.V. in Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe Wuppertal zum 1. August 2012 im Altenheim „Augustinusstift“ zwei Stellen für Menschen mit Behinderung ein. Die zukünftigen Mitarbeiter werden vorerst im Rahmen eines Praktikums den neuen Arbeitsplatz kennenlernen. In diesem Zusammenhang werden auch basale Qualifikationen im pflegehelferischen bzw. haustechnischen Bereich, in dem sich die Arbeitsplätze befinden, vermittelt. Eine entsprechende Zertifizierung soll diese qualifizierenden Maßnahmen belegen.

Die Lebenshilfe Wuppertal wird aus ihrem Mitarbeiterstamm zwei Personen auswählen und während der Arbeit im Caritas-Altenzentrum „Augustinusstift“ begleiten. Als Mitarbeiter der Caritas sind die beiden Beschäftigten voll in die jeweiligen Teams integriert. Zur Zeit ist an eine Arbeit im Bereich der Pflegeassistenz und im haustechnischen Bereich gedacht. Die Einrichtung weiterer Stellen ist in Planung.

Als Verein freuen wir uns sehr über diesen ersten Erfolg unserer Arbeit zur Schaffung von Arbeitsplätzen für Menschen – in diesem Fall mit einer geistigen Behinderung – auf dem ersten Arbeitsmarkt. In der Konzeptentwicklung war unter anderem Josef Neuman MdL initiierend beteiligt. Eine Besonderheit der nun erfolgenden Umsetzung ist die Qualifikation der neuen Mitarbeiter, die modular an dem Erwerb der notwendigen Fertigkeiten orientiert ist. Die Zertifizierung der erfolgten Qualifikationen ist dann ein auch nach außen sichtbares Zeugnis, dass die Beschäfitgten auch bei anderen Arbeitgebern vorweisen können.

Es bleibt zu hoffen, dass dieses Beispiel Schule macht und die Fähigkeiten von Menschen mit Behinderung ernst nimmt, ohne sie in vorgefertigte Schemata zu pressen. Wir werden an dieser Stelle zu gegebener Zeit über den weitere Verlauf und die Erfahrungen berichten.

Kl

Broschüre zur Inklusion

Mit der Unterzeichnung der UN-Behindertenrechtskonvention von 2009 hat sich die Bundesrepublik Deutschland zur Umsetzung der sog. „Inklusion“ verpflichtet. Der Inklusionsgedanke ist als solches wertvoll, schafft er doch Behinderten einklagbare Rechte zur vollständigen Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Gleichwohl ist die Inklusion als solches nicht unumstritten, da die derzeitige Diskussion aus einem Recht auf Inklusion eine Pflicht zu machen droht. Besondere Einrichtungen für Menschen Behinderungen werden dabei jetzt schon von manchen als „Separatisten-Vereine“ gebrandmarkt. Dass viele – vor allem geistig behinderte – Menschen gerade hier Schutzräume finden, die für das Gelingen ihre Lebens notwendig sind, wird oft übersehen.

Der Beauftragte der Regierung des Landes NRW für die Belange der Menschen mit Behinderung hat jetzt eine Broschüre zur Inklusion veröffentlicht. Die Schrift mit dem Titel „Inklusion macht die Gesellschaft reicher. Durchsetzen, mitwirken, anregen“ kann auf der Homepage des Landesbeauftragten als pdf-Datei heruntergeladen werden (Größe 4,5 MB):

>> Download Inklusionbrochüre über die Homepage des Landesbehindertenbeauftragten NRW

Kl

Themenumfrage

Neben der Förderung der Schaffung von Wohn- und Arbeitsplätzen ist die Information Betroffener eine wichtige Aufgabe des Vereins „Horizonte – selbständig leben e.V.“ So fand im Januar 2012 ein viel beachteter Informationsabend mit Joseph Neumann MdL zu Frage der Beschäftigung Behinderter auf dem ersten Arbeitsmarkt statt. Wer nicht einfach behandelt werden will, muss selbst handeln und informiert sein. Als Verein möchten wir diese notwendig Aufklärungsarbeit fördern. Dabei sollen vor allem die Themen und Fragen der Betroffenen und ihrer Angehörigen im Vordergrund stehen. Nutzen  Sie daher die Kommentarfunktion zu diesem Artikel, um uns Ihre Themenwünsche bzw. -vorschläge mitzuteilen.  Wir werden dann versuchen, zu diesen Themen geeignete Informationsmöglichkeiten anzubieten.
 Sie können die Funktion auch nutzen, wenn Sie selbst ein interessantes Thema anbieten können. Wir nehmen gerne Kontakt mit Ihnen auf.

Kl

Der neue Vorstand ist der alte

Die Jahreshauptversammlung hat auf ihrer Sitzung vom 2. Juli den bisherigen Vorstand entlastet und durch Wahl in seinem Amt bestätigt. Vorsitzender des Vereins „Horizonte – selbstständig leben e.V“ ist damit weiterhin Dr. Werner Kleine, Sven Kaiser fungiert als Schriftführer und Bärbel Selter als Kassiererin.

Kl